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Abmarsch. Ruben Amorim ist der nächste Trainer mit großem Namen, der bei und an Manchester United gescheitert ist.

© AFP/JUSTIN TALLIS

Entlassung von Trainer Ruben Amorim: Manchester United ist nur noch eine Gelddruckmaschine

Nach nur 14 Monaten trennt sich Englands Rekordmeister von Ruben Amorim. Er verlängert die illustre Reihe der bei Manchester United gescheiterten Trainer.

Kit Holden
Ein Kommentar von Kit Holden

Stand:

Es sollte der Beginn einer neuen Ära sein. Elf Millionen Euro hat Manchester United im November 2024 gezahlt, um Ruben Amorim von Sporting Lissabon zu holen. Der Portugiese galt als größtes Trainertalent Europas: als einer, der den englischen Rekordmeister aus seiner langen Krise führen könnte.

Nur 14 Monate später ist Amorim wieder weg, wie United am Montag bestätigte. Statt der Jürgen Klopp von Manchester wurde er am Ende nur zu einer weiteren Fußnote im tragischen Verfall von United – vom Weltklub zur reinen Gelddruckmaschine.

Das Ende war unausweichlich. In etwas mehr als einem Jahr im Amt hat Amorim fast nur Tiefpunkte gesammelt. Die Saison 2024/25 beendete United auf einem historisch schlechten 15. Platz und verlor dazu auch noch das Europa-League-Finale gegen Tottenham. In der laufenden Saison läuft es trotz massiver Investitionen im Sommer ähnlich düster. In der Liga hinkt man den Großen hinterher, im League Cup unterlag United sogar dem Viertligisten Grimsby.

Da muss der Trainer auch irgendwann fallen. Und dennoch kann es nicht allein am Trainer liegen. Denn Amorim ist nur der letzte von vielen großen Fußballlehrern, die an dem vergifteten Kelch von Old Trafford gescheitert sind.

Seit dem Rücktritt von Vereinslegende Alex Ferguson 2013 hat der Klub wirklich alle möglichen Varianten ausprobiert, von erfahrenen Trainerlegenden wie Louis Van Gaal und José Mourinho bis zum noch jungen Amorim, vom Vereinskenner Ole Gunnar Solskjaer bis zu den externen Fachmännern Ralf Rangnick und Erik Ten Hag.

Die toxische Mischung aus hohen Erwartungen und mangelnder Strategie hat am Ende alle verschlungen. Auch bei Amorim, der seine Amtszeit mit einem Frontalangriff auf die Vereinsführung beendete, bleibt der Eindruck eines Fußballklubs, der nicht mehr als Fußballklub funktioniert.

Nur: Als kommerzielle Marke funktioniert er nach wie vor prächtig. Laut Forbes war United – trotz zwölf Jahren Dauerkrise – 2025 immer noch der zweitwertvollste Fußballverein der Welt.

Am Ende können sich also alle freuen: die Klubeigner über verlässliche Gewinne, die Rivalen über aufgeblasene Transfersummen und die Trainer über immer wieder hochdotierte Verträge. Die Einzigen, die am Ende verlieren, sind die Fans von Manchester United.

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